Wie führt Chronobiologie im Personalmanagement zu Fehlzeitenreduzierung?

Chronobiologie ist die Wissenschaft von der inneren Uhr. Was hat die innere Uhr mit Fehlzeiten, Fehlerraten und Leistung im Unternehmen zu tun?

Im Kern geht es hierbei um den Fakt, dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens unterschiedliche Chronotypen haben. Das Spektrum kann hier vom extremen Frühtypen bis hin zum extremen Spättypen reichen, was eine Spanne in Bezug der jeweiligen Schlafmitte von bis zu 7h bedeuten kann.  Es sind dabei primär zwei wesentliche Faktoren, die direkten Einfluss auf Fehlzeiten- und Fehlerrate sowie Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern haben können.

  • Schlafmangel
    Der wohl offensichtlichste Grund ist Schlafmangel. Das Schlafmangel die deutsche Volkswirtschaft jährlich über  48 Mrd. Euro (Tendenz steigend) kostet, ist seit einer Rand Europe-Studie von 2016 bekannt. Schlafmangel entsteht in erster Linie, wenn das Verhältnis Schlafbedarf zu Schlafdauer ungleich ist, sprich: Die Schlafdauer ist dauerhaft geringer als der Schlafbedarf. Dabei ist es wichtig zu bemerken, dass der Schlafbedarf grundsätzlich ebenfalls einer genetischen Prädisposition unterliegt, aber natürlich auch durch verschiedentliche Umwelteinflüsse beeinflusst wird. Dies können psychischer und physischer Stress, Krankheiten, aber auch Alkohol oder z.B. fehlendes Sonnenlicht sein. Die Schlafdauer wird dann wiederum eingeschränkt von Arbeitszeiten, Freizeitaktivitäten, Kunstlicht am Abend (Fernsehen, Bildschirm, Smartphone) etc.. Neueste Studien zeigen, das bereits eine unausgeschlafene Nacht negative Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Je stärker, desto höher die Auswirkungen. Jede Stunden Schlafreduzierung erhöht lt. einer Erhebung der  AAA Foundation for Traffic Safety z.B. das Unfallrisiko im Verkehr. Wer innerhalb von 24h statt 7h nur 5-6 Stunden schläft verdoppelt  lt. dieser Erhebung (USA) sein Unfallrisiko. Wer nur 4-5h statt 7h schläft, hat bereits ein mehr als 4-faches Unfallrisiko.
    Auch in Deutschland gibt es verglichbare Statistiken der Allianz und des ADAC.
  • Schlechte Schlafqualität
    Auch wenn die Schlafdauer offensichtlich ausreichend ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Schlafqualität sich in einem Maße einstellt, das dem Körper die notwendige Regeneration verschafft. Die Schlafqualität ist nebvon einer Vielzahl von Parametern abhängig, wie z.B.    Die Intensität des Schlafmangels hängt wiederum unter Anderem von folgenden 4 Faktoren ab
    – Einschlafzeitpunkt
    – Aufwachzeitpunkt
    – Schlafbedarf
    – Tatsächliche Schlafdauer
    Dabei ist dies jeweils im Vergleich von tatsächlichem Zeitpunkt zum natürlichen Zeitpunkt zu sehen, was bedeuten kann: 8h sind qualitativ nicht 8h Schlaf.Beispiel:
    Arbeitsbeginn ist 9.00Uhr morgens (Normalzeit). Zwei MitarbeiterInnen haben den gleichen Anfahrtsweg, und müssen dafür um 7.00 Uhr aufstehen. Während der eine eher Frühtyp ist, ist die andere eher ein Normaltyp. Der Frühtyp kann um 7.00Uhr aufstehen, ohne dass er den Wecker braucht. Ggfs. ist er sogar schon früher wach. Hierzu ist hat er sich um 22.30 Uhr bettfertig gemacht, um um 23.00Uhr einzuschlafen (bei angenommener natürlicher Schlafdauer von 8h). Seine Leistungskurve entspricht mit dem Aufwachen also einem natürlichen Ablauf.
    Anders läuft es bei der Normaltyp-Mitarbeiterin ab. Sie hat einen natürlichen Aufwachzeitpunkt von 8.30Uhr (Normalzeit), und würde dementsprechend um 0.00Uhr sich bettfertig machen, um dann um 0.30Uhr einzuschlafen (ebenfalls bei angenommener natürlicher Schlafdauer von 8h). Sie schafft es hingegen nicht ohne Wecker um 7.00Uhr aufzuwachen, und wird somit durch ihn ganze 90 min vor Ihrem natürlichen Aufwachzeitpunkt aufgeweckt. Dies würde, bei zu Grunde gelegter 8h Schlafdauer bedeuten, dass Sie, wie der Frühtyp, sich schon schon um 22.30Uhr bettfertig machen müsste, um dann um 23.00Uhr einzuschlafen, um zumindest rechnerisch auf Ihre 8h zu kommen. Hier spielt jedoch häufig ihre genetische Prädisposition als Normaltyp nicht mit. Diese ist um 23.00Uhr noch nicht auf Schlaf eingestellt, da zudem die Melatoninproduktion trotz gleicher Tageszeit später einsetzt. Ohne erhöhten Schlafdruck (z.B. durch Nachholbedarf bei zu wenig Schlaf an den Vortagen) ist ein Einschlafen häufig in diesem Fall nur auf künstlichem Wege (Schlafmittel, Melatonin etc.) möglich, was aber wiederum negative Nebenwirkungen haben kann.

Eine fundamentale Erkenntnis der Forschung der Chronobiologie ist, dass wir Menschen in Bezug auf unseren Schlaf/Wachrhythmus und allen damit verbundenen Rhythmen nicht gleich ticken. Zwar ist die Reihenfolge der physiologischen Abläufe in unserem Körpern ähnlich, sie finden jedoch je nach Chronotyp zeitverschoben statt.

Beispiel:

Ein Frühtyp wacht morgens um 6.00Uhr ohne Wecker auf. In der Regel stellt sich nach einem bestimmten Zeitraum (der individuell kürzer/länger sein kann) ein Hungergefühl ein. Ein Normaltyp hingegen, wacht im Normalfall nicht um 6.00Uhr morgens ohne Wecker auf (es gibt natürlich für alles Ausnahmen, die jede für sich unterschiedliche Ursachen haben). Seine natürliche Aufwachzeit liegt zwischen 8.00 und 9.00Uhr. Auch er bekommt jedoch innerhalb eines individuellen Zeitfensters Hunger.

Die Reihenfolge „Schlafen, Aufwachen, Hunger etc.“ haben alle Menschen.  Der Zeitpunkt liegt jedoch bei einem Normaltypen wesentlich später als bei einem Frühtypen.

Nun stellt

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